| Die Kirche Santa
Croce, die im Jahr 1294 nach einem Entwurf des berühmten Architekten
Arnolfo di Cambio gegründet wurde, ist eine der großartigsten
und ältesten Franziskanerkirchen der italienischen Gotik. Direkt
neben der Kirche liegen der Klosterkomplex mit zwei Klostergängen,
das Noviziat, das Refektorium und der Kapitelsaal, der auch Pazzi-Kapelle
genannt wird. Im Noviziat ist das Museum untergebracht, in dem die
kostbaren Kunstwerke aus der Kirche und den Klostergängen verwahrt
werden. Die im Lauf des siebenhundertjährigen Bestehens angesammelten
Kunstschätze machen die Kirche zu einer der meist besuchten
Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Die Basilika wurde zum letzten Ruheort berühmter
Persönlichkeiten erkoren und birgt die so genannten „Urne
dei Forti“ (die Gräber der Mächtigen), darunter
auch das Grab des Michelangelo. Erst nach der Beisetzung des Dichters
Ugo Foscolo im Jahr 1871 wurde Santa Croce erst richtig für
die Beerdigung berühmter Persönlichkeiten gewählt.
Doch in Wirklichkeit ruhen hier bereits seit Jahrhunderten die Gebeine
von fast fünfzehntausend Vertretern aller Kunstrichtungen wie
Gioacchino Rossini, Leon Battista Alberti, Vittorio Alfieri, Galileo
Galilei, Machiavelli und Enrico Fermi.
Das Kircheninnere besteht aus drei Kirchenschiffen,
die durch zwei Pfeilerreihen getrennt sind, während ihre Form
dem „ägyptischen“ Kreuz entspricht, also T-förmig
ist. Auf Anweisung des Konzils von Trient wurde, um den Vorschriften
der Gegenreformation nachzukommen, im Jahr 1566 ein großer
Umbau nach einem Projekt des Architekten Giorgio Vasari vorgenommen
und es wurden dabei zahlreiche ursprüngliche Werke wie der
Chor und die Fresken von Andrea Orcagna zerstört, wobei von
letzteren noch einige Fragmente im Museum der Basilika ausgestellt
sind.
Als 1966 der Arno während einer verheerenden
Überschwemmung über seine Ufer trat, blieb auch die Kirche
nicht verschont und zahlreiche kostbare Kunstwerke wurden stark
beschädigt, darunter auch das Kruzifix von Cimabue. Nach einer
sorgfältigen Restaurierung hat das Kreuz seine ursprüngliche
Pracht wiedergewonnen und wurde zum Symbol der Wiedergeburt der
Stadt Florenz.
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