San Miniato wurde auf Wunsch von Bischof Hildebrandt nach 1018
wieder aufgebaut und im 13. Jahrhundert fertig gestellt. Die Anfang
des 13. Jahrhunderts vollendete Fassade besteht typischerweise
aus weissem und grünem Prato-Marmor und weist geometrische
Hohlräume auf – ein ausdrucksvolles Zeugnis der romanischen
Architektur in Florenz. Bemerkenswert die Blindbögen im unteren
Teil, in denen sich abwechselnd die drei Portale öffnen.
Der Innenraum ist in drei Schiffe unterteilt, deren Säulen
sich mit Pfeilern unterschiedlicher Stile abwechseln.
Einige ihrer Kapitelle stammen von römischen Monumenten,
andere hingegen sind romanisch. Besonders interessant ist die
elegante Cappella del Crocifisso von Michelozzo mit einem von
Luca della Robbia glasierten Gewölbe – sie befindet
sich im hinteren Teil des Schiffes –, und die Kapelle des
Kardinals von Portugal in Form eines griechischen Kreuzes mit
einem Pavillongewölbe. Dieses wurde von Antonio Manetti,
Schüler von Brunelleschi, geschaffen und von Luca della Robbia
verziert.
Die Wollhändler von Florenz waren überaus wohlhabende
Leute, die, wie alle reichen Florentiner, gerne auch einen Teil
ihres Vermögens in Kunst und Kirche investierten, um sich
bei Gott und der Welt einen guten Namen zu erschaffen. Daher war
es für diese prachtvolle Kirche in vergangenen Jahrhunderten
immer eine Leichtigkeit, sich unter den Bauwerken der Stadt zu
erhalten.
Di Farben, die San Miniato von außen so außerordentlich
auszeichnen, beleben auch das Innere der Kirche und machen sie
zu einem erstaunlich hellen und freundlichen Bauwerk, auch wenn
dies selbstverständlich nicht für jeden Teil der Kirche
gilt. Die aus dem 11. Jahrhundert stammende schöne Krypta,
in der hinter Eisengittern die Gebeine des Märtyrers Minialo
ruhen, ist natürlich dennoch vergleichsweise dunkel, um eine
Atmosphäre der Ruhe und des Respekts zu schaffen.