Die Kirche wurde im Jahre 1250 als Oratorium des Ordens Ordine
dei Servi di Maria erbaut und gilt als eine der wichtigsten florentinischen
Wallfahrtsorte. Zwischen 1444 und 1481 wurde sie von Michelozzo
unter Mithilfe von P. Portigiani und Antonio Manetti vergrössert;
dieser änderte auf Anraten von Leon Battista Alberti einen
Teil der Rundtribüne, deren Vorbild die Rotonda di Santa
Maria degli Angeli von Brunelleschi war.
Vor der Fassade erstreckt sich ein Säulengang mit sechs
von Säulen getragenen Bögen, über den zum Gelübde-Kreuzgang
gelangt.
Dieser ist mit Fresken von Rosso Fiorentino, Pontormo, Andrea
del Sarto und anderen Künstlern verziert. Von besonderem
Interesse ist der Toten-Kreuzgang, von Michelotto entworfen und
ein Beispiel für die Renaissance-Architektur des P. Portigiani.
Hier gibt es die Madonna del Sacco von Andrea del Sarto, ein hölzernes
Kruzifix, das Antonio da Sangallo zugeschrieben wird, sowie einige
Arbeiten von della Robbia zu bewundern.
Santissima Annunziata wurde seit 1250 mehrfach erweitert, da
die Kirche den Bedürfnissen des Ordens mehrfach nicht mehr
angepasst war. Das Innere wurde schließlich in einem überschwänglichen
Barockstil ausgestattet, der dem Geist des Ordens entsprechend
die Schönheit des Servi di Maria im Ganzen ausdrücken
konnte.
Der Servitenorden war ein vergleichsweise kleiner Florentinischer
Orden, der über die Stadt hinaus nur selten Einfluss hatte.
Dennoch konnte er sich recht gut gegen die großen Orden
behaupten, die natürlich ebenfalls nach Florenz kamen und
die die Stadt in ihrem Sinne beeinflussen wollten.
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